5 Tipps um den künftigen Arbeitgeber zu durchleuchten | Punktlandung oder posttraumatische Berufserfahrung

Mit diesen 5 Tipps "durchleuchtest" Du deinen zukünftigen Arbeitgeber

Wie tickt der zukünftige Arbeitgeber wirklich?
Zugegeben, es sind nicht besonders viele Tipps, die ich dir hier anbiete. Dennoch sind sie hilfreich bei der Suche nach deinem nächsten Arbeitsplatz. Auch ich befinde mich derzeit in der Situation und bin auf Jobsuche. Leider streue ich meine Bewerbungen schon wieder viel zu breit, wie ich gerade merke. Mir läuft aber auch irgendwie die Zeit davon und ich möchte lieber vorgestern als übermorgen wieder arbeiten. Zudem gehöre ich nicht zu den geduldigsten Menschen, wenn es um dieses Thema geht.

1. Kununu

Kununu ist laut eigener Auskunft die größte Arbeitgeber-Bewertungsplattform in Europa. Hier bewerten ehemalige Arbeitnehmer und immer noch dort angestellte Arbeitnehmer Ihren Arbeitgeber in verschiedenen Disziplinen. Manche geben, mehr oder weniger, hilfreiche Kommentare zu ihrer Bewertung ab. Nun darf man nicht Alles glauben, was auf Kununu geschrieben steht. Häufig ist es so, dass ausschließlich unzufriedene Mitarbeiter dort ihre Meinung hinterlassen. Oft, und diese Erfahrung habe ich gemacht, ist aber an den dort wiedergegebenen Bewertungen ein großer Funke Wahrheit. Man kann sich also getrost einen ersten Eindruck der Tendenz des zukünftigen Arbeitgebers verschaffen und Kununu auch ernsthaft in die Beurteilung mit einbeziehen.



2. Stepstone, Monster & Co.

Man sollte auch, und hier ist man als Jobsuchender ohnehin "unterwegs", ruhig mal die Formulierungen der Stellenanzeigen des zukünftigen Arbeitgebers durchleuchten und nach Schlüsselbegriffen filtern. Da erkennt man schnell, dass diese einem ähnlichen Schema, wie dem der Arbeitzeugnisse, folgen. Was wird erwartet und in welchem Umfang (z. B. flexible Arbeitszeiten in einem harmonisch zusammenarbeitenden Team), was wird angeboten (leere Versprechungen oder ein Büro mit toller Aussicht auf die Skyline?). Du siehst, auch hier lohnt der Blick und das eigene, intuitive Interpretationsvermögen.

3. Mitarbeiter des zukünftigen Arbeitgebers 

Dieser Punkt ist der schwierigste und zugleich heikelste. Erstens dürfen Mitarbeiter niemals offen über das Unternehmen plaudern - das wäre auch nicht loyal gegenüber dem Arbeitgeber, zweitens sollte schon ein großes Vertrauensverhältnis zu den Mitarbeitern deines zukünftigen Arbeitgebers, sofern du überhaupt welche kennst, bestehen, um offen über Arbeitsklima, Karrierechancen und den Chef sprechen zu können. Hier ist also immer Vorsicht angeraten, bevor man mit beiden Füßen im Fettnäpfchen steht. Dennoch stellt dieses Vorgehen eine gute Option dar um sich quasi aus erster Hand einen Überblick zu verschaffen. Natürlich sollte man berücksichtigen, dass dies nur ein subjektiver Einblick sein kann.

4. Mitbewerber, Zeitungsberichte und Messen

Kennst du jemanden, der bei einem Mitbewerber deines künftigen Brötchengebers arbeitet? Hier erfährt man häufig - manchmal auch nur in Randbemerkungen - wie es um deinen zukünftigen Arbeitgeber bestellt ist. Vielleicht kennst du ja sogar den Mitbewerber persönlich und er kann dir ausführlich schildern was er von seinem Konkurrenten hält? Aber Achtung! Auch solche Schilderungen können wieder sehr subjektiv sein und dir nicht unbedingt ein objektives Bild vermitteln.

Ein geeignetes Mittel ist es auch, sich mit Hilfe der großen Suchmaschinen, wie zum Beispiel Google, auf die Suche nach veröffentlichten Zeitungsartikeln zu begeben. Wirst du fündig, steht dir hier eigentlich ein relativ objektives Mittel zur Verfügung dir ein Urteil zu bilden. Natürlich berichten Zeitungen oft und gerne auch kritisch aber sie hinterfragen halt auch meist immer unbequeme Sachverhalte der Unternehmen. Im Gegenzug erfährst du so aber auch viel Positives. Tut sich ein Unternehmen besonders hervor, sei es, weil es besonders umweltbewusst wirtschaftet, seinen Mitarbeitern besondere Extras anbietet, so ist dies auch meist in Zeitungsartikeln - insbesondere in der Lokalpresse, Ressort Wirtschaft - zu finden.

Messen sind immer ein geeignetes Instrument, um höchstpersönlich auf dem Messestand des potentiellen Arbeitgebers Erfahrungen zu sammeln. Wie ist der Messestand aufgebaut, wo ist er zu finden? Ist der zukünftige Arbeitgeber wirtschaftlich eher schwach aufgestellt, so wird er keinen prominenten Platz der Messehalle belegen oder sogar eher auf einem Gemeinschaftsstand zu finden sein. Wie verhält sich das Messepersonal? Sind es engagierte Messehostessen oder direkte Mitarbeiter? Kommt man auf dich als Messebesucher zu oder spricht man dich erst gar nicht an? Wie auch bei den anderen Möglichkeiten, sollte man auch hier die subjektive Erfahrung nicht außer acht lassen, allerdings schadet es auch nicht, ein wenig auf sein "Bauchgefühl" zu vertrauen.

5. Wie Wirtschaftstark ist dein neuer Arbeitgeber?

Nicht ganz unwichtig ist es auch, in Erfahrung zu bringen, wie Wirtschaftstark dein neuer Arbeitgeber ist. Schließlich möchtest du nicht in einem halben Jahr auf der Straße sitzen, weil dein Arbeitgeber Insolvenz anmelden musste. Wechselt dein zukünftiger Arbeitgeber häufig den Geschäftsführer, ist dies nicht gerade ein Zeichen vertrauensvoller Zusammenarbeit und irgendetwas läuft im Unternehmen schief.

Was Geschäftsführerwechsel oder einschneidende Gesellschafterbeschlüsse anbelangt, kannst du dich kostenlos auf dem gemeinsamen Registerportal der Länder schlau machen, wenn es sich bei deinem künftigen Arbeitgeber um eine Personengesellschaft handelt. Die normale Suche ist ausreichend, um Handelsregister Ort und Unternehmensname einzugeben. Auf alle Eintragungen die unter VÖ gelistet sind hast du Vollzugriff und kannst dich informieren.

Bist du erfahren im Lesen und Interpretieren von Bilanzen? Jede Personengesellschaft (z. B. GmbH) ist von Gesetzes wegen verpflichtet, Jahresabschlüsse im Bundesanzeiger zu veröffentlichen. Auch wenn manche Bilanz geschönt oder frisiert sein mag, so gibt sie doch gemäß der Grundsätze einer ordnungsgemäßen Buchführung häufig ein ganz realistisches, wirtschaftliches Bild des Unternehmens wieder. Sehr häufig werden im Bundesanzeiger auch ein Lagebericht der Wirtschaftsprüfer oder Anmerkungen der Steuerberater veröffentlicht, wenn es sich um ein größeres Unternehmen handelt. Diese Berichte sind oft einfach zu lesen und zeichnen ein realistisches Bild deines Wunscharbeitgebers. Auch hier kannst Du vollumfänglich und kostenlos Einsicht in die Unterlagen nehmen. Nach der Eingabe eines Suchbegriffs (am Besten den vollständigen Unternehmensnamen nutzen), Klick auf "Suchen" mit anschließender Sicherheitabfrage, findest du alle relevanten Informationen.

Sicherlich macht dieses aufwändige Vorgehen nicht bei jeder Jobsuche oder bei jedem potentiellen Arbeitgeber Sinn, aber es kann dir helfen die Spreu vom Weizen zu trennen.

Viel Glück und Erfolg bei deinem Vorhaben!

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